Wie ich eines Tages mit meinem digitalen Leben in einer analogen Zeitung landete

Mein digitales Leben in einer analogen Zeitung

Heute ist Sonntag, und ich habe mir – solange ich mich erinnern kann –  das erste Mal eine analoge Tageszeitung beim Bäcker gekauft. Normalerweise bekomme ich meine Nachrichten nicht aus einem Medium das am Abend vorher auf totes Holz gedruckt wurde. Und auch heute interessiert mich eigentlich nur eine Seite.

Ich kaufte mir heute den Berliner Tagesspielgel denn vor einigen Wochen wurde ich von jemanden angeschrieben, der sich bei mir damit vorstellte, dass er eine Serie über das digitale Leben für den Tagesspiegel schreiben will. Er fragte mich, ob ich ihm für ein Interview zur Verfügung stehen mag.
Erst war ich etwas skeptisch. Wenn man einen Blog hat, den man doch irgendwie im Internet finden kann, dann bekommt man öfter mal Anfragen, die als Massenmail an zahlreiche Andere ging. Diese Mail machte aber schon eher den Eindruck als sei sie nur an mich gegangen.
Ich bin jemand, der mit analogen Medien nicht viel zu tun hat und bin auch nicht berühmt, darum war ich eher skeptisch, was jemand von einer solch bekannten Zeitung ausgerechnet von mir will. Es gibt Dutzende andere Bloggerinnen und Blogger da draußen, die viel bekannter sind. Ich dachte dann aber, es lag sicher an meinem Artikel über meinen digitalen Alltag.
Neugierig war ich schon – und klar in einer Zeitung aufzutauchen war schon eine verlockende Vorstellung. Ich sagte also zu. Eine Woche später traf ich mich dann mit Karl in einem Cafè und war echt nervös. So nervös, dass ich nicht mal mehr mein eigenes Alter wusste als ich danach gefragt wurde. Die ganze Sache wurde auch nicht einfacher als noch der Fotograf kam, um dann mit mir gefühlt 10 Minuten Fotos zu schießen – ich bin kein großer Fan vor der Kamera zu stehen.

Das Interview war dann aber echt entspannt. Wir sprachen über mein (digitales) Leben, mein Dasein als Vater, was ich meinem Sohn in Sachen digitalem Dasein vermitteln möchte und was es dazu noch alles gibt. Das Gespräch dauerte etwa eine Stunde und wenn ich nicht die ganze Zeit das Aufnahmegerät vor mir auf dem Tisch gesehen hätte, hätte ich echt vergessen können worum es hier eigentlich ging.

Ein paar Tage später sendete mir Karl dann den Text noch mal zu, so dass ich auch noch mal drüber schauen und meine Anmerkungen abgeben konnte. Das beruhigte mich ungemein… Irgendwie vertraue ich den analogen Medien nicht so sehr – wie andere wohl kein Vertrauen in dieses Online-Ding haben. Meine Bedenken wurden aber komplett beseitigt und ich freute mich echt riesig darauf zu sehen wie ich in einer Zeitung wirkte. Zumal ich meine Fotos noch nicht gesehen hatte.

Den ersten Termin für die Veröffentlichung – den ich als Anfänger natürlich überall laut rum posaunte – wurde leider verschoben… Profis wissen, dass so etwas passieren kann, ich aber nicht. Der zweite Termin – heute – klappte dann aber und so bin ich und einige andere heute in der Zeitung. Wir dürfen über unseren digitalen Alltag berichten. Ich finde das echt klasse. Für andere mag das nur eine kleine Randnotiz im großen sein, für mich aber ist das aber was ganz besonderes.

Wer sich also noch den Tagesspiegel vom 21. Februar 2016 besorgen kann, sollte unbedingt auf Seite 22 schauen, da findet ihr nicht nur mich und wie ich vor habe meinen Pflanzen Twitter beizubringen, sondern auch noch Sarah (mamaskind.de), Chris (campact.de), Christina (crossmedienne.com), Sabia, Robert und Elisabeth.

PS. Wir haben natürlich über viel mehr als nur über meine Plfanzen geredet… aber warum auch immer wollte man wohl nicht, dass ich eine ganze Seite fülle.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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