Was tun wenn mein Kind in der Kita gebissen wird?

Innerhalb der letzten Woche kam „Luke“ mit zwei größeren Bissspuren im Arm nach Hause, die auch nach mehreren Tagen noch deutlich zu sehen sind. Das beunruhigte mich. Mir ist klar, dass es bei kleinen Kindern durchaus nicht ungewöhnlich ist, dass diese sich gegenseitig beißen, doch die Stärke und die Häufigkeit überraschte mich dann doch. Es scheint auch, dass es „Luke“ „belastet“ das in der Kita gebissen wird. Fragt man ihn, was sie heute in der Kita gemacht haben, kommt immer „gebissen“ als eine der ersten Antworten. Eine Zeit lang beschäftigte es ihn auch noch mal vor dem Schlafengehen und er musste es uns unbedingt beim Ins-Bett-gehen noch einmal erzählen. Was mich aber besonders beunruhigt, ist, dass er seit ein paar Wochen immer mal wieder zögert, in seine Kitagruppe zu gehen. Das ist sehr ungewöhnlich, denn normalerweise müssen wir vor der Kitagruppe betteln und flehen um noch eine Verabschiedung zu bekommen, bevor er im Gruppenraum verschwindet.

Wenn man ihn fragt wer beißt fällt meistens ein Name. Anfangs war ich mir unsicher wieviel ich darauf geben soll, nach Rückfragen bei anderen Eltern habe ich aber auch von ihnen meist einen Namen gehört. Kann man jetzt davon ausgehen, dass es sich bei dem Kind um ein sogenanntes „Beißkind“ handelt? Den Begriff kannte ich bis vor kurzem noch gar nicht. Und ich bin auch kein großer Freund von solchen Titeln. „Beißkind“, „Schreikind“ usw. das sind Kinder.

Bissspuren

Was kann ich tun, wenn mein Kind gebissen wird?

Weil ich mir nicht ganz sicher war, wie wir nun damit umgehen sollen, habe ich einfach mal erfahrenere Mamas/Papas gefragt was ihre Empfehlungen sind.

Die Antworten waren zahlreich.

Das erste was mir auffiel, dass wir ganz und gar nicht alleine mit dem Problem da stehen. Viele berichteten, dass es ihnen ähnlich erging.

Die meisten sind sich auch einig. Der erste Schritt sollte ein Gespräch mit den Erziehern und wenn möglich auch mit den Eltern der beißenden Kinder sein.

https://twitter.com/GluckeundSo/status/666321405307453444

Interessant fand ich aber auch das sich einige gemeldet haben, deren Kinder „Beißkinder“ waren und auch mal ihre Sicht dazu geäußert haben.

Auch wenn ich noch immer skeptisch bin, half es mir, zu wissen, dass es sich dabei nur um eine Phase handelt. Auch wenn ich finde, dass im Alter von 2,5 bis 3 Jahren die Kommunikationsfähigkeit bei allen Kindern aus unserer Kitagruppe so gut sind, dass sie nicht mehr beißen brauchen.

Thema beißen in der Kita ansprechen

Im ersten Schritt habe ich die Sache bei unserer Erziehern angesprochen. Sie bestätigten mir, dass es da momentan noch ein paar Kinder gibt, die beißen. Und sie noch einmal vermehrt darauf achten werden. Beruhigt hat mich, dass nach ihren Angaben „Luke“ die Sache nicht provoziert oder selbst daran beteiligt ist.

Demnächst ist auch wieder Elternabend. Die Gelegenheit werden wir auch nutzen und die Sache noch einmal bei allen Eltern ansprechen. Denn auch „Luke“ hatte eine Phase, in der er zu Hause beim Spiel beißen wollte. Das haben wir durch Erklären und Konsequenzen (wir haben aufgehört zu toben) in den Griff bekommen und „Luke“ weiß nun, dass man nicht beißt.

 

Das Kind auf das Beißen vorbereiten

Aber wir wollen auch, dass „Luke“ damit besser umgehen kann. Wir haben mit ihm geredet. Ihm erklärt, dass das Beißen nichts ist, vor dem er Angst haben muss. Das es keine tolle Sache ist, aber die Kinder, die beißen ihm nicht persönlich schaden wollen.

Gleichzeitig haben wir ihm aber auch klar gemacht, wie er zu reagieren hat. Er soll ganz klar und deutlich „Nein, nicht beißen“ rufen und am besten die Nähe einer Erzieherin suchen. Auch wenn es komisch klingt, wir haben das sogar geübt. Jetzt kann er richtig gut und laut schreien, und das macht ihm anscheinend auch Spaß.

Ob es was bringen wird, werden wir sehen, aber zumindest in den letzten Tagen kam er ohne neue Bisse nach Hause und verschwindet wieder freudig in seiner Kitagruppe.

Andrea vom Runzelfüßchen Blog hat aus der Sicht von Eltern mit Beißkindern geschrieben wie Sie die Sache sieht, und wie schlimm sie das Stigma „Beißkind“ findet.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht? War/ist euer Kind eher Opfer oder ist es auf den Geschmack gekommen?

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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