Ohne Auto in Berlin… Was kostet der Umstieg vom eigen zum Carsharing

Car Sharing Kundenkarten Berlin

Erinnert ihr euch noch, dass ich letztes Jahr darüber schrieb, dass wir unser Auto aufgegeben haben und auch für absehbare Zeit auf ein eigenes Auto verzichten wollen? Seitdem sind zehn Monate vergangen und ich wollte mal ein Blick auf die Kosten werfen. Um zu sehen ob das „Experiment“ CarSharing in die richtige Richtung läuft.

Berechnete Kosten für das eigene Auto

Vorab möchte ich aber klarstellen, dass es sich hierbei um keine wissenschaftliche Arbeit handelt. Die Übersichten und Ausgaben sind subtil aus meinem Kopf gefallen und dienen als Grundlage für die folgenden Berechnungen. Ich bin mir sehr sicher, dass ich einiges vergessen und einiges zu hoch angesetzt habe. Das ist mir in diesem Fall aber auch egal. Ich wollte nur eine Übersicht haben wieviel mich ein eigenes Auto in dem Zeitraum in etwa kosten würde.

Betrachtet wurde der Zeitraum von September 2014 (ab da hatten wir kein Auto mehr) bis Juni 2015. Für die monatlichen Fixkosten habe ich folgendes verwendet:

  • Tanken pro Monat: 25,00 Euro
    Ja wir waren keine Vielfahrer. Und darum kamen bei uns auch nie viele Tankkosten zustande.
  • Reparaturen pro Monat: 50,00 Euro
    Das mag sehr hoch erscheinen. Darin einbezogen sind aber auch TÜV/HU. Zudem war unser Auto schon recht alt und dank mangelnder Bewegung gab es sogenannte „Steh-Schäden“. Und wenn mal was gemacht werden musste, dann immer in hohen Summen > 150 Euro.
  • Parken: 10,00 Euro
  • Sonstiges: 5,00 Euro
    Kleinigkeiten wie Scheibenreiniger, Glühbirnen, Autowäsche usw.

Nicht mit berechnet habe ich zeitlichen Aufwand. Also zur Werkstatt bringen, abholen, Parkplatz suchen usw.

Die nicht monatlich auftretenden Kosten sind:

  • KFZ-Steuer: 108,00 Euro
  • Versicherung (halbjährlich): 268,60 Euro
  • ADAC Mitgliedschaft (pro Jahr): 49,00 Euro

Diese Kosten fallen meist alle auf einmal (am Jahresanfang) an. Das ist meiner Ansicht nach ein großer negativ Punkt. Denn auf einmal so eine Summe zu zahlen ist nicht immer einfach – ganz besonders so kurz nach den Feiertagen. Und meistens ist das ja auch nicht alles was am Anfang des Jahres anfällt.

Statistisch betrachtet sieht das dann so aus:

Ausgaben für das eigene Auto pro Monat (berechnet)

Ausgaben für das eigene Auto pro Monat (berechnet)

In der Summe kostet das Auto im oben genannten Zeitraum 1.275,60 € (oder 127,56 € p.M.)
Und weil das mit den Reparaturen so garantiert nicht stimmt auch noch mal ohne diese Kosten: 775,60 € (oder 77,56 € p.M.).

Tatsächliche Kosten fürs CarSharing

Im Vergleich zu den ungenauen Zahlen beim eigenen Auto sind die Kosten für den gleichen Zeitraum fürs CarSharing viel genauer. Nach jeder Fahrt bekomme ich eine Abrechnung, mit dem was ich zu zahlen habe. Kosten für Anmeldung und das Rumlaufen, um ein Auto zu finden, habe ich jetzt ignoriert.

Die tatsächlichen Kosten je CarSharing Anbieter:

Und auf die Monate verteilt, sah das dann bei uns so aus:

 

Tatsächliche Ausgaben fürs CarSharing

Tatsächliche Ausgaben fürs CarSharing

In der Summe haben wir fürs CarSharing ausgeben: 358,15 € (oder 35,82 € p.M.)

Im direkten Vergleich sieht man sehr deutlich den Unterschied:

Eigenes Auto: 1.275,60 € (oder 127,56 € p.M.); CarSharing: 358,15 € (oder 35,82 € p.M.)

Rein rechnerisch haben wir also in den letzten zehn Monaten 917,45 € dadurch gespart, dass wir kein eigenes Auto mehr haben, sondern ausschließlich CarSharing nutzen.

Fazit über den finanziellen Unterschied zwischen einem eigenen Auto und CarSharing für uns als dreiköpfige Familie mit Kleinkind:

Für uns als Familie in Berlin (das darf man nicht vergessen) funktioniert es ohne eigenes Auto aus finanzieller Sicht. Rein rechnerisch sparen wir 91,74 Euro p.M.
Dazu muss ich aber auch sagen, dass wir (mit oder ohne eigenes Auto) auch jeder eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin haben und diesen (auch wieder mit oder ohne eigenem Auto) sehr stark nutzen. Zudem fahre ich seitdem viel mehr und mit viel mehr Begeisterterung Fahrrad.

Ob es auch aus anderer Sicht für uns funktioniert (Stichworte wie „Mit Kind“, „Umwelt“, „Zeit“) werde ich später mal untersuchen.
Für uns steht aber fest: Wir machen weiter so und verzichten auf ein eigenes Auto und nutzen, wenn wir eins brauchen, weiterhin Angebote von CarSharing Anbietern.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wie Du schreibst ist das natürlich eine kleine Umstellung vom eigenen Auto auf das Carsharing Modell, aber unterm Strich kommt man sehr gut weg. Ich habe mich ebenfalls seit nun fünf Monaten darauf eingelassen und finde es hier in Frankfurt super.

  2. Pingback: @daddybloggersde

  3. Wir haben auch kein eigenes Auto, aber ich muss sagen, mich nervt es, dass diese ganze Car Sharing Sachen erst boomen und dann plötzlich keine Autos mehr verfügbar sind. So ist es jedenfalls bei uns. ich will kein eigenes Auto, aber ich muss sagen, Car Sharing ist für uns mittlerweile auch keine Alternative mehr. Dann lieber mit dem Rad. (Klinge ich jetzt eigentlich wie eine militante Radfahrerin?)

    • Das nie ein Auto da ist, wenn man es wirklich braucht ist wirklich so.
      Und jetzt streicht Car2Go auch noch einiges an Geschäftsgebiet in Berlin – unter anderem da, wo meine Mutter wohnt.

      Und Radfahren ist immer eine Alternative.

  4. Ein spannendes Experiment, wie ich finde. Ich bin weiter gespannt darauf, was du dazu noch berichten wirst. Bei uns stellt sich auf dem Land die Frage leider gar nicht erst…

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