Und auf einmal will er sich selbst ausziehen

Wir hatten vor ein paar Wochen unseren ersten richtigen Elternabend in der Kita. Erstaunlicher weise lief das ganze besser als ich befürchtet habe. Das lag wohl auch daran das der Elternabend gut strukturiert war und sich die Eltern (noch) nicht mit belanglosen Diskussionen aufgehalten haben. Und immerhin bin ich kein Elternvertreter geworden, da hat sich Diana dankbarer weise für geopfert.

Auf dem Elternabend wurde vorgestellt was die Erzieher in den nächsten Monaten mit den Kleinen so alles machen wollen. Besonders spannend fand ich das sie den Kinder immer mehr Selbstständigkeit beibringen wollen. Klasse fand ich das. Dabei fangen sie erst mal klein an… Schuhe und Socken ausziehen, Geschirr zurück auf den Essenswagen stellen und Händewaschen. Alles jetzt nichts für das man einen Nobelpreis bekommen würde aber schon mal ein guter Anfang.

Selbstständig

Selbstständigkeit beginnt schon bei den kleinen Dingen

Ein paar Tage später bemerkten wir dann nach dem gemeinsamen Essen, dass Max sich sein Lätzchen abmachen wollte und es dann (angemessen) ordentlich auf den Tisch legte. Oder das er sich jetzt liebend gerne die Hausschuhe auszieht und Abends bei den Socken auch ganz vorne dabei ist. Als er sich aber letztens seine Jacke selbst vom Ärmel streifte und direkt den Pullover über den Kopf ziehen wollte war ich doch schon etwas überrascht.

Letztens gab es dann etwas schlechte Laune beim abendlichen Umziehen, als ich mich erdreistete seine Socken auszuziehen. Da half alles nichts, da musste die Socke wieder angezogen werden, damit er sie sich ausziehen konnte. Da bemerkte ich, dass das mit der Selbständigkeit auch etwas ist was ich als Vater lernen muss. Ein Jahr und vier Monate lang habe ich/wir alles für Max machen müssen. Anziehen, Hände waschen Lätzchen rauf und runter und vieles mehr. Jetzt auf einmal ist das etwas was er machen will. Da muss auch ich aus meinen angelernten Verhaltensweisen raus kommen und Max mehr machen lassen.

Jetzt geht es also los… Das kann natürlich, wie an dem Beispiel mit der Socke, die ich unbedacht auszog zu sehen ist, ganz schön nervig werden, aber im Grunde ist das der erste Schritt zum Nobelpreis. Wichtig ist auch, und das beobachte ich leider viel zu oft bei anderen Eltern, das die Kinder nur durch das (kontrollierte) scheitern etwas lernen können. Wenn es also mal wieder beim trinken aus dem Becher zur Überschwemmung kommt muss man sich einen weggrummeln und den Kleinen einfach neu verpacken und dann geht es auch weiter. Irgend wann wird er gelernt haben das Becher mit Wasser + schnelles kippen + eigentlich will ich ja rein pusten zu einem nassen und kalten Bauch führen wird. Dann wird er das schon lassen (ich hoffe er lässt es und hat daran keinen Spaß).

Max hat also den Anfang gemacht mit der Selbstständigkeit, jetzt muss ich dran bleiben und ihn machen lassen.

Foto: © rudolf ortner / pixelio.de

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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