Tipps zum Kinderzimmer abkühlen

Kinderzimmer Hitze. Wie man es kühl hält

In den letzten Tagen waren hier in Berlin tagsüber mehr als 30°C im Schatten. Dank unserer Wohnung, die direkt unterm Dach ist, liegt ein Teil immer in der Sonne. Da wärmt sich die Wohnung gewaltig auf. Leider macht die Wärme kein Halt vor dem Kinderzimmer. Abends/nachts hat das Kinderzimmer locker 28°C. Fenster öffnen bringt dabei leider nicht viel, denn draußen sind immer noch mehr als 30°C und die Leute vor dem Fenster auf dem Hof nehmen auch keine Rücksicht vor schlafenden Kindern. Also muss es einen anderen Weg geben das Kinderzimmer kühlen zu können.

Ich habe hier mal ein paar „Hausmittel“ zusammen gesucht. Leider sind die Mittelchen nur bedingt hilfreich… aber einen Versuch ist es wert.

Heisses Kinderzimmer kühlen

Heisses Kinderzimmer kühlen

Kinderzimmer abkühlen durch Dunkelheit

Der einfachste und erfolgversprechendste Tipp gleich vorweg:
Das Kinderzimmer sollte tagsüber möglichst dunkel gehalten werden. Normale Fenster sollten eine gewisse Wärmedämmung haben. Damit bleibt die Wärme, die draußen ist auch draußen. Problem ist nur, dass die Sonneneinstrahlung dafür sorgt, dass sich das Zimmer aufwärmt. Wenn die Sonne also daran gehindert wird rein zu scheinen, wird es auch nicht so heiß im Zimmer.

Die Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) rät dabei zu Außenjalousien. Diese sollen 75% mehr Wärme abhalten als innen liegende Rollos.

Alles, was an Wärme gar nicht erst ins Haus hineinkommt, muss auch nicht teuer wieder hinausbefördert werden.

Uwe Bigalke, Energieexperte der Deutschen Energie-Agentur (dena)

Wer keine Jalousien hat (wie wir), kann natürlich auch die Fenster verhängen.
Ich habe auch schon von Leuten den Tipp bekommen, die Fenster mit Silberfolie abzukleben. Das klingt natürlich erst mal sinnvoll. Die reflektierende Oberfläche spiegelt die Sonne direkt wieder zurück. Ich würde dafür Rettungsdecken empfehlen. Sie sind groß genug und haben extra eine Seite die Wärme zurück wirft.

Richtig lüften hilft, das Kinderzimmer zu kühlen

Es macht natürlich keinen Sinn das Fenster aufzumachen, wenn es draußen richtig schön heiß ist. Der richtige Zeitpunkt ist also entscheidend. Beispielsweise abends, nachts oder recht früh am Morgen macht durchaus Sinn.

Natürlich ist das für ein Kinderzimmer nicht immer machbar. Gerade im Sommer ist es abends meist noch so hell oder laut auf den Straßen, dass ein offenes Fenster dem Einschlafen nur im Wege steht. Nachts wiederum will man vielleicht nicht ins Kinderzimmer, weil man Angst hat, das Kleine könnte vom Fenster öffnen wach werden. Und morgens ist man eigentlich froh über jede Minute, die das Kind länger schläft.

Neben dem richtigen Zeitpunkt ist auch die Art des Lüftens wichtig. Fenster anklappen bringt kaum Kühle, richtiges Querlüften ist besser. Die frische Luft muss die Möglichkeit haben, ins Kinderzimmer zu kommen um es zu kühlen.

Weniger anziehen aber nicht ganz ohne

Es ist nicht wirklich ein Tipp für ein kühles Kinderzimmer, es ist eher ein Tipp für ein besseres Einschlafen/Schlafen.
Wie auch für uns Erwachsene gilt, locker und leicht sollte die Kleidung zum Schlafen sein. Es empfiehlt sich ein dünner, kurzer Schlafanzug und die Windel. Der Schlafanzug sollte möglichst aus atmungsaktiver Baumwolle sein.

Bei uns gibt es nur das Problem, dass unser Kleiner gewohnt ist, in einem Schlafsack zu schlafen. Sobald dieser fehlt, macht er das Bett eher zum Sportplatz als zu einer Schlafstätte.

Ich hatte auch mal irgendwo gelesen, dass man möglichst nicht auf Kleidung verzichten soll. Wenn ich mich recht erinnere, hat es was damit zu tun, dass die Kleidung den Schweiß aufnimmt und verdunsten lässt und damit die Kleidung abkühlt. Sollte für Babys dann auch gelten.

Mit feuchten Tüchern die Luft im Kinderzimmer abkühlen

Dieser Tipp ist glaube ich einer der bekanntesten- – mit Hilfe von feuchten Tüchern, die man ins Zimmer hängt. Durch die sogenannte Verdampfungswärme wird der Umgebung Wärme entzogen und somit das Kinderzimmer gekühlt. Man kann den Effekt noch verstärken, wenn man die Luft um das Tuch herum öfters – mit Hilfe eines Ventilators – umwälzt. Damit kann mehr Luft abgekühlt werden.

In der Praxis musste ich leider feststellen, dass die Kühle ausbleibt dafür aber das Zimmer sehr schwülwarm wird und es etwas muffig scheint.

Mit der Wasserflasche aus dem Tiefkühler eine Klimaanlage bauen

Eigentlich ist der Tipp nur eine abgewandelte Form der feuchten Tücher. Allerdings soll damit nicht die primär Verdampfungswärme ausgenutzt werden. Mit einem Ventilator wird die Flasche mit dem gefrorenen Inhalt angepustet und verteilt damit die frische Luft im Zimmer.

Schlafsack/Schlafanzug im Tiefkühler

Für Erwachsene gibt es den Tipp, dass man seine Schlafkleidung in einem Plastikbeutel verpackt in den Tiefkühler legen soll. Ich muss zugeben bei dem Tipp bin ich etwas ungläubig. Ich würde nur sehr ungern mein Kind in tiefgefrorene Kleidung stecken. Den Schrecken und das Geschrei kann ich mir fast vorstellen. Also habe ich den Tipp abgewandelt und habe „nur“ seinen Schlafsack in den Tiefkühler gepackt.

Der Erfolg war kaum merkbar. Es störte ihn nicht besonders aber der Effekt hielt nicht lange vor.

Nicht kalt baden und nichts kaltes trinken

Wieder ein Tipp, der weniger mit einem kühlen Kinderzimmer zu tun hat als mit dem eigenen Wohlempfinden. Man kann kleinen Kindern keinen heißen Tee vorsetzen, den sie trinken sollen, aber man sollte auch auch nichts all zu Kaltes zu trinken geben. Gleiches gilt für ein Bad vor dem Schlafengehen. Das sollte nicht zu kalt sein, eher etwas wärmer (nicht über die empfohlenen 37/38 °C für kleine Kinder).
Bei zu kalten Getränken und Wasser muss der Körper Energie verbrauchen, um das Trinken auf Körpertemperatur zu bringen. Dadurch entsteht innere Wärme, was den Körper aufheizt.
Bei zu kaltem Badewasser wird der Kreislauf angeregt, was zum gleichen Effekt führt.

Elektrische Geräte erzeugen Wärme

Es ist eh zweifelhaft elektronische Geräte im Kinderzimmer zu haben, aber wenn schon, sollten sie in den heißen Zeiten nicht nur aus sein, sondern gleich ganz vom Strom getrennt werden. Viele elektrische Geräte haben Netzteile, die sich aufheizen. Es mag nicht viel bringen, aber die Summe macht vielleicht doch etwas.

Oder doch lieber eine Klimaanlage

Wer es ganz sicher haben will und die Hitze lieber mit Geld aus dem Kinderzimmer vertreiben will, kann natürlich auf eine Klimaanlage zurückgreifen. Ab und an wünschte ich mir auch so ein Gerät herbei. Aber die Preise für die Anschaffung und den Betrieb sind mir dann doch zu hoch. Wenn man nicht gerade ein Klimaanlage fest im Haus verbaut hat, kann sich eine portable Anlage ins Kinderzimmer stellen.

Jeder, der schon mal eine Klimaanlage in einem Hotelzimmer hatte, kennt das Problem, dass man es mit der Abkühlung gerne mal übertreibt.
Laut Literatur ist die ideale Schlaftemperatur für Babys 16 – 18 °C. Bei um die 30 °C Außentemperatur würde ich das aber ganz schön übertrieben finden, das Zimmer so weit herunter zu kühlen. Eine gesunde Temperatur sollte man je nach Gefühl einstellen.

 

Nicht alle Tipps sind von großem Erfolg gekrönt. Aber versucht es einfach. Vielleicht klappen diese Tipps zum Kinderzimmer abkühlen bei euch besser als bei mir.
Eigentlich sollte es reichen, wenn man das Zimmer – und das Kind – soweit abkühlt das es in Ruhe einschlafen kann. Wenn es erst einmal schläft, sollte die Temperatur körperlich keine Rolle mehr spielen… OK bei (kleinen) Kindern ist das so eine Sache mit dem Festschlafen…

Habt ihr noch mehr Tipps mit denen ihr euer Kinderzimmer abkühlen könnt? Mich würden diese Tipps sehr interessieren.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.