re:publica 2016 – drei Tage Social Media, Medien und dieses Internet

Willkommen bei der re:publica - rpTEN

Es war wieder Klassentreffen der Internetgemeinde oder auch re:publica (#rpTEN) genannt. Auch dieses Jahr fand wieder die Konferenz zu Themen rund um das Internet und der Gesellschaft, die sich damit beschäftigt statt. Ich war auch wieder dabei – zum zweiten Mal. Doch dieses Jahr war es etwas anders…

We love #rpTEN

We love #rpTEN

re:publica #rpTEN – Tag 1

Da ich dieses Jahr den Verkauf der vergünstigten Early Bird Tickets ganz einfach verschlafen hatte, aber auch nicht den vollen Preis bezahlen wollte, habe ich mich als Helfer gemeldet. Helfer bei der re:publica, müssen mindestens eine Schicht (8 h) ableisten und bekommen im Gegenzug Verpflegung und freien Eintritt.

Ich hatte mich für den Bereich der Presse Akkreditierung gemeldet, meine Schicht war gleich am Montag von 8 bis 16 Uhr. Zusammen mit drei anderen Helferinnen nahmen wir die PressevertreterInnen in Empfang. Der Job hat erstaunlich viel Spaß gemacht. Nicht nur, dass ich sehr nette Gesellschaft hatte, auch die Damen und Herren von der Presse waren alle gut gelaunt. Auch die Verpflegung für die HelferInnen ließ keine Wünsche offen. Getränke, Essen so viel man wollte und das in wirklich guter Qualität. Die re:publica kümmert sich wirklich gut um ihre Helfer. So gut, dass ich mir vorstellen kann auch im nächsten Jahr eine Schicht zu übernehmen.

Einziger Nachteil, acht Stunden am Empfang stehen, schlauchen doch ganz schön und so war der erste Tag bei mir nicht mehr sehr produktiv nach meiner Schicht. Ich schaute mir nur noch eine Session an. Die von Richard Sennett – „THE CITY AS AN OPEN SYSTEM“.

Weitere Sessions von Tag 1 der rpTEN, die ich mir anschauen will/die empfehlenswert sein sollen

Falls ihr noch Empfehlungen vom ersten Tag re:publica habt, die ich verpasst/vergessen habe, bitte gebt mir einen Hinweis.

Alles schön spiegelnd

Alles schön spiegelnd

re:publica #rpTEN – Tag 2

Für den zweiten Tag re:publica hatte ich mir einen festen Plan gemacht, mit Sessions, die ich sehen wollte. Der erste Vortrag fing bereits um 10 Uhr an; in re:publica Zeit ist das anscheinend mitten in der Nacht. Der Vortrag war „SCHLEICHWERBUNG – ALLES IST ERLAUBT…, ODER?“ von Ramak Molavi und Thomas Schwenke. Wie man es von Thomas Schwenke kennt, war es wieder ein sehr unterhaltsamer und informativer Vortrag, warum, wie und wann man Werbung in Blogs kennzeichnen muss/sollte. Dabei stellt sich mir immer wieder die Frage, warum es so viele falsch machen. Aus Absicht oder aus Unwissenheit?

Am zweiten Tag traf ich auch Sarah, von mamaskind.de und wir beschlossen zusammen ein wenig Networking zu betreiben – der inoffizielle Grund zur re:publica zu gehen. Erstaunlicherweise kenne ich mittlerweile doch recht viele Leute, die sich auf solchen Veranstaltungen tummeln. Was nicht heißt, dass alle diese Leute mich kennen, aber daran arbeite ich noch.

Auch das ist die rpTEN - Wolle beim Makerspace

Auch das ist die rpTEN – Wolle beim Makerspace

Es gab dann noch zwei Sessions – soweit ich mich erinnere -, die wir uns anschauten. Zum einen „WAS TUN GEGEN DEN HASS IM NETZ?„. In dem es darum ging, wie man mit all dem umgeht, was einige Menschen von sich geben. Teilweise wirklich Verstörendes. Löschen, sperren, Anzeige erstatte?! Und wenn wie? Anonymes Anzeigen ist in den meisten Fällen die sicherste Lösung, um selbst nicht in Gefahr zu geraten. Eine Sache, die ich lernte ist auf jeden Fall, das manuelles Freischalten von Kommentaren aus rechtlicher Sicht das Gefährlichste für den Seitenbetreiber (m/w) ist. Denn sobald man von einem rechtswidrigen Inhalt Kenntnis hat, haftet man dafür, als wäre es der eigene Inhalt. Wenn man Kommentare erst freischaltet vor dem Veröffentlichen, hat man wohl Kenntnis!

Der letzte Vortrag des Tages war „ZUR LAGE DER GAMESKULTUR 2016 – EIN STAATSTRAGENDER VORTRAG (MIT GIFS)„. In diesem Vortrag ging es um die Gameskultur und das sie nun doch schon seit 20 Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Weitere Sessions von Tag 2 der rpTEN, die ich mir anschauen will/die empfehlenswert sein sollen

Falls ihr noch Empfehlungen vom zweiten Tag re:publica habt, die ich verpasst/vergessen habe, bitte gebt mir einen Hinweis.

Lego auf der Republica - Baue dein Traumauto

Lego auf der Republica – Baue dein Traumauto

re:publica #rpTEN – Tag 3

Am dritten Tag re:publica, muss ich zugeben, habe ich es nicht zu 10 Uhr geschafft. Der erste Vortrag oder besser Workshop war „#BINGE-CREATING STATT BINGE-WATCHING!“ von Kiki (@e13kiki). Die Aufgabe war, jeden Tag etwas kreatives zu erstellen und das Internet damit zu befüllen. Wir sollten zeichnen und ich musste wieder feststellen… mit meinen Fähigkeiten sieht es nicht so gut aus, also bitte nicht lachen.

#bingecreating Octopus mit 8 Händen. #rpten

A photo posted by Sebastian (@sebat) on

Wie jedes Jahr (wie man so mitbekommt), war auch dieses Jahr wieder das Problem, dass einige Vorträge der re:publica einfach zu voll waren, so dass man nicht mehr rein kam oder auf den Boden sitzen musste. Darum konnte man nicht in jeden Vortrag rein, in den man rein wollte. So war der nächste Vortrag auch erst wieder „PRINZIP UNIVERSALITÄT: WARUM WIR DIE „ZWANGSGEBÜHREN“ VERTEIDIGEN SOLLTEN„. Ein durchaus interessanter Ansatz, die Gebühren für die Öffentlich Rechtichen (ÖR) zu verteidigen. Besonders interessant fand ich den Anfang, in dem es um die Geschichte der ÖR ging, dass die BBC die Vorlage war und wie es dazu kam. Auch wenn ich persönlich nichts gegen eine generelle Abgabe für die ÖR habe, bin ich dennoch von der Höhe nicht ganz überzeugt, das schaffte aber leider auch nicht dieser Vortrag.

Der leider viel zu kurze Vortrag danach war mein persönliches Highlight des Tages: der Vortrag von Johannes Kretzschmar (aka. @beetlebum) und Anna Lena Schiller (@annalena) zum Thema „LASST STIFTE SPRECHEN„. Es ging darum wie gezeichnetes wirkt, und wie man Zeichnungen verwenden kann um Informationen zu übermitteln/aufzunehmen. Beetlebum – dessen Webcomics der Knaller sind – bewies – wissenschaftlich -, dass Zeichnen, nicht länger dauert als Schreiben und erkannte anhand von visuellen Auswertungen (Jurassic Park Flowchart (from xkcd)), dass Jurassic Park einer der wenigen Filme ist, die den Bechdel Test bestehen würde. Allerdings auch nur, weil alle Dinos weiblich sind. Hier hoffe ich ganz stark, dass es den Vortrag noch als Video geben wird.

Danach waren die Themen, die ich mir anschauen wollte, leider etwas mau. Es waren eher die (wie ich sie nenne) Ego-Sessions, in denen die Vortragenden eigene Produkte oder ihre Persönlichkeit zu sehr in den Vordergrund stellten, so dass ich sogar vorzeitig wieder raus gegangen bin. DAS „INTERNET HAT MICH DICK GEMACHT“ und „FIFTY SHADES OF MERKEL. INTERNETVERSION.„.

Zum Glück riss der letzte Vortrag des Tages das alles noch mal raus. „TECHNIKTAGEBUCH LIVE LET’S PLAY“ von den RedakteurInnen des Techniktagebuches. Es ging um die alltäglichen Hürden, die man mit Technik überwinden muss, sei es das Einrichten eines WiFi Accounts bei der Telekom, das Kaufen Mieten von Spielen im Internet, das Anmelden bei einer Bibliothek, die ihre Buttons verstecken oder und darüber rege ich mich auch jedes mal auf, das Kaufen von Tickets in der BVG-App. Sehr lustig und unterhaltsam vorgetragen. Auch hier hoffe ich auf ein Video.

Am Ende des Tages blieb dann nur noch die Abschlussveranstaltung mit vielen Statistiken und einem riesigen Dank an das ganze re:publica Team. Es war wieder eine gelungene Veranstaltung.
Es gab 770 Sprecherinnen & Sprecher, aus 60 Ländern. Davon waren 46% Frauen (43% im letzten Jahr) – eine schöne Statistik.

Nach der letzten Veranstaltung war dann für mich Schluss. Ich bin einfach nichts mehr gewöhnt. Die re:publica ist ist wirklich ein ganz besonderer Ort, der irgendwie ganz anders ist als alle anderen Konferenzen, die ich so kenne.

Weitere Sessions von Tag 3 der rpTEN, die ich mir anschauen will/die empfehlenswert sein sollen

Falls ihr noch Empfehlungen vom dritten Tag re:publica habt, die ich verpasst/vergessen habe, bitte gebt mir einen Hinweis.

Rund um die Republica

Die re:publica hat mir wirklich sehr gefallen, auch wenn es durchaus Dinge gab, die im nächsten Jahr besser gemacht werden dürfen. Zum einen war die Situation der Fahrradabstellmöglichkeiten wie auch im letzten Jahr super schlecht. Am ersten Tag durfte ich mein Fahrrad, da ich einer der ersten war, heraus heben, weil einige meinten sich in zweiter Reihe anschließen zu müssen. Zum anderen war das WiFi/Internet wieder einfach schlecht. Sicher, der Grund sind auch die Anwender, die meinen Anwendungen offen zu haben, die dauerhaft Internet benötigen (Skype, dropbox und co) – das macht einfach das gesamte Netz langsam und unzuverlässig.

Zu wenige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder auf der re:publica 2016

Zu wenige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder auf der re:publica

Und ein Kritikpunkt, wie auch die letzten Jahre war der etwas dürftige Kinderbereich/die Möglichkeit der Kinderbetreuung, so dass man auch mal ohne Kind zu Sessions gehen kann. Zum Glück hatte die re:publica auf meinen Hinweis mit den ungesicherten Steckdosen auf Kinderhöhe schnell reagiert.

Es ist immer wieder toll, Leute zu treffen, die sich für das Gleiche interessieren. Auch wenn einige etwas zu kurz gekommen sind. Ich freue mich schon wieder aufs nächste Jahr, wenn sicherlich wieder die üblichen Verdächtigen da sind.

Mit Sarah mal richtig zum Klops machen, das ist auch re:publica.

Mit Sarah mal richtig zum Klops machen, das ist auch re:publica.

Aber nicht nur die Veranstaltungen sind spannend. Auch die Aussteller, in der großen Halle sind einen Besuch wert. Sei es Google, die einen Two Way Authentication Stick verschenken, das ZDF oder die vielen anderen. Gerade diese Anbieter sorgen aus meiner Sicht, dass man zwischen den Sessions auch mal was anderes zu sehen hat. Auch wenn es wirklich interessant ist, zu sehen, wie sich Leute, die fast 200 Euro für den Eintritt bezahlt haben, sich für ein paar Kekse (mit Coffein), die verschenkt werden, wie die Wilden benehmen.

Dieses Jahr war Virtuelle Realität (VR) ein großes Thema. Sicher nichts für mich, mir wird einfach übel – spannend ist es aber doch.

Wie waren eure Erlebnisse? Welche Sessions habt ihr euch angeschaut?

Hier eine Liste von Artikeln, von anderen Bloggern.

Danke re:publica

Danke re:publica

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schön, dass Du dabei warst und mitgemacht hast! Ich hoffe, Du hattest trotzdem Spass beim #bingecreating. 😉

    • Ich hoffe das kam nicht falsch rüber, ich hatte sehr viel Spaß. Allein schon wegen der Themenwahl Star Wars.

  2. Pingback: @Sebat

  3. Schön zusammengefasst!
    Das erinnert mich daran, dass ich ja noch Republica-Hausaufgaben habe: Nachbereitung!
    Ich hoffe auch sehr auf die Techniktagebuch-Videoveröffentlichung. Das will ich nochmal sehen!
    Liebe Grüße
    Sarah

  4. Pingback: @mamaskind_de

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  6. Pingback: @Sebat

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