Madigmachende Eltern – Alles wird schlecht

Weinendes Kleinkind

Gleich mal vorweg, ich will in diesem Beitrag niemanden direkt ansprechen, wenn sich aber jemand angesprochen fühlt, dann wird da wohl was dran sein.
Es geht um die anderen Eltern, die immer was negatives auf den Lippen haben. Konkretes Beispiel:

Als frische Eltern zeigt man sein Kind freudig umher und alle finden es total süß. So muss das sein. Und dann kommt – entweder als erste, aber sicher als eine der ersten – die Frage „Und wie läuft es nachts?“ oder „Und wie geht es mit dem Ins-Bett-bringen?“. Als Eltern eines Frischlings kann man dann so Sachen sagen wie „Oh super, hinlegen und er/sie schläft.“ oder „Er/Sie wird nur X-mal nachts wach und will was essen, alles kein Problem.“. Und dann kommt sie, die Reaktion, die man wirklich nicht braucht.

„Ach ja am Anfang ist das immer noch leicht, wartet mal ab, das ändert sich noch.“

Weinendes Kleinkind

Hallo, das will ich doch gar nicht gesagt bekommen. Ich sag doch auch keinen Neuwagenbesitzer „Ach warte mal die ersten 40.000 km ab, dann kommt der Rost.“.
Die richtige Reaktion wäre „Oh, das ist aber toll für euch.“ PUNKT.

Und das mit dem Ins-Bett-bringen ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen andere Eltern versuchen, das Positive des eigenen Kindes gleich mit einer schlechten Vorahnung zu relativieren. Sicher kommen Zeiten, in denen das eigene Kind noch mal anstrengend wird oder sich auch mal nicht so leicht ins Bett bringen lässt, wie man es gewohnt ist. Aber das muss man doch nicht wie eine Drohung prophezeien.

Ich frage mich dann immer, ob das eine Art von Neid ist, der da durchkommt? Wollen diese Eltern den neuen Eltern das Glück einfach nicht gönnen? Wollen sie die Eltern einfach auf die gleiche Stufe ziehen, auf der sie gerade selber angekommen sind, weil ihr Kind gerade mal eine anstrengende Zeit durchmacht?

Ach ich weiß es nicht. Ich hoffe nur, dass ich nicht auch mal so werde.

Also liebe erfahrene Eltern, wenn euch jemand, der noch nicht so lange im Geschäft ist wie ihr, etwas tolles erzählt, dann freut euch mit ihm und denkt euch euren Teil. Beantwortet keine Fragen, die nicht gestellt wurden.

Foto: CC – BY Upsilon Andromedae via Flickr

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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