Kinder und Menschen mit Behinderung – richtiges Verhalten der Eltern ist wichtig

Kind schaut zur Seite

Am Wochenende habe ich einen Artikel von Raúl Aguayo-Krauthausen gelesen, der Eltern 10 Tipps an die Hand gibt, wie sie richtig mit ihren Kindern umgehen sollen, wenn diese auf Menschen mit Behinderungen treffen.

Raúl kennt man, wenn man etwas im Internet aktiv ist, sicher aus den ein oder anderen Blogs und Berichten. Unter anderem aber kennt man ihn im Zusammenhang mit wheelmap.org. Einer Seite, die Orte kennzeichnet, die gut, oder auch schlecht zugänglich sind für Rollstuhlfahrer oder auch Kinderwagen.

Kind schaut zur Seite

Kinder sind neugierig und erkunden ihre Umgebung durch das anschauen und nachfragen.

In seinem Artikel hat er 10 gute Tipps, die den Eltern helfen sollen, ihren Kindern das richtige Verhalten beizubringen wenn sie auf Menschen treffen, die “anders” sind. Denn meistens sind es nicht die Kinder, die etwas falsch machen, sondern die Eltern, die falsch reagieren. Und das fällt einem auch auf wenn man nur durch die Straßen läuft. Ich selbst habe zwei Bekannte, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind und kenne daher die Reaktionen von Kindern – leider ab und an auch von Erwachsenen – wenn sie einen Rolli sehen. Viele Kinder stehen nur da und schauen fragend den Rollstuhlfahrer an ohne dass die Eltern ihnen erklären warum der Rollstuhl nötig ist. Viele zerren ihre Kinder auch weg oder schimpfen. Dabei sollte es doch klar sein, dass solch ein Verhalten nur noch weiter dafür sorgt, dass dieser Anblick etwas “unnormales” bleibt.

Einige für mich wichtige Sachen, die Raúl beschreibt, möchte ich hier noch einmal zusammentragen.

Beruhigend ist es schon mal, dass fast jede Reaktion von Kindern normal ist. Wichtig ist, wie die Eltern damit umgehen, damit es nicht zum negativen Erlebnis wird. Denn Kinder lernen durch Beobachtung und Nachfragen und wenn sie keine Antworten bekommen, die ihnen helfen, entstehen nur Missverständnisse. Darum ist es wichtig, dass die Eltern nichts totschweigen oder sie davon abbringen, ihre Fragen oder Gedanken loszuwerden. Allerdings kann man es auch übertreiben. Ich hatte in meiner Zeit als Zivi mal einen Satz von einem Vater gehört, “Da musst du immer helfen.” und das ist nicht immer richtig. Viele Menschen mit Einschränkungen kommen in ihrem Alltag super klar und benötigen gar keine Hilfe. Da ist es nur unhöflich, wenn man ihnen Hilfe aufdrängt. Darum ist ein wichtiger Punkt, dass man immer erst fragen soll, bevor man hilft.

Eine Sache, die uns Eltern wohl definitiv immer nervös macht ist, wenn das Kind starrt. Doch wo hört interessiertes Anschauen auf und wo fängt Starren an? Für Raúl ist eine Zeit von 10 bis 60 Sekunden vollkommen ok. Und diese Aussage beruhigt mich schon mal. In einer Minute kann auch ein Kind alles mal gesehen haben und es dann verarbeiten.

Wie gesagt, ist der Artikel gut geschrieben und sollte von Jedem mit Kind gelesen und beherzigt werden.
Allerdings, ist der Artikel nur aus Sicht von Raúl 100% anwendbar. Bei anderen Menschen mit Behinderung könnte es schon wieder anders aussehen. Wobei ich denke, dass Kinder egal bei wem und warum immer ein gewisses Maß an Rücksicht zu erwarten haben sollten. Wenn es in Maßen bleibt.

[Foto: Photo ID: 1521; Photographer: Chance Agrella; via freerangestock.com]

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Am allertollsten ist es, wenn Kinder mit und ohne Behinderung von Anfang an zusammen spielen, lernen, die Welt entdecken können. In inklusiven Betreuungseinrichtungen. Wenn das irgendwann Normalität wird, müssen wir uns um den Umgang miteinander auch irgendwann keine Gedanken mehr machen. Liebe Grüße von einer Mama eines besonderen Kindes

    • Das ist natürlich der ideale Weg. Das betrifft aber nicht nur Behinderungen. Alles was “anders” ist, ist es wert kennengelernt (und verstanden) zu werden.

  2. Wie immer sind Vorbilder das wichtigste. Man ist als Eltern gezwungen, sich ganz klar zu machen, was die eigene Haltung wiederspiegelt, und es dem Kind auch erklären. Bei uns wurde jetzt für eine Mieterin im 1. Stock ein Treppenlift eingebaut. Ich hab mir mit meiner Tochter im Vorfeld schon im Internet angesehen, was das ist. Und als es die Installation fertig war, war es fast unmöglich, sie davon abzubringen, selbst damit zu fahren.
    Das ist das gute an Kindern: Sie haben selbst keine Vorurteile. Höchstens kriegen sie welche durch die Eltern. Das ist nicht weniger als die Chance auf positive Veränderung der Gesellschaft.

  3. Wenn ihr nicht wisst, wie andere reagieren oder unsicher seid, wie Kinder auf Menschen mit anderen Behinderungen zugehen sollen, dann könnte http://Selfpedia.de ganz interessant für euch sein.
    Fragt dort einfach in die Runde, ich bin mir sicher es kommen interessante Antworten zu Tage!

    Viele Grüße und danke für den tollen Artikel!

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