Home Office – Arbeiten von zu Hause

Arbeiten von zu Hause könnte die Zukunft sein

Ich glaube ich muss jetzt hier nicht weit ausholen. Jeder weiß, dass wir in Deutschland einen sogenannten Fachkräftemangel haben. Daraus folgt, das qualifizierte Arbeitnehmer immer wählerischer und Arbeitgeber immer Einfallsreicher werden müssen. Mit einem schnöden „9 to 5“ Bürojob gibt sich doch heute kaum noch einer, der es sich leisten kann, zufrieden.

In dem Blog Work-Life-Balance für berufstätige Väter und Mütter von Dr. Swantje Quoos bin ich auf den Artikel „Abschied von…der Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz“ gestoßen.
In diesem Artikel greift sie auf eine BITKOM Umfrage (1.000 Befragte) zurück nach der 41% aller befragten lieber mal den einen oder anderen Tag in der Woche von zu Hause arbeiten wollen würden. Aber lediglich 10% haben bereits die Möglichkeit von zu Hause Arbeiten zu können.

Die Anzahl der Befragten ist aus meiner Sicht nicht sehr groß, zeigt aber dennoch ein klares Zeichen. Mehr als die hälfte der Arbeitnehmer werden gezwungen ihre Arbeit an einem „klassischen“ Arbeitsplatz zu vollbringen. Aber warum?

In meinem derzeitigen Job, bei meinem jetzigen Arbeitgeber habe ich die Möglichkeit, bis auf ein paar Anwesenheitstage, regelmäßig und nach eigenem Entscheiden von zu Hause oder aus dem Büro zu arbeiten.

Was hat der Arbeitgeber vom Arbeiten von zu Hause?

Arbeiten von zu Hause könnte die Zukunft sein

Arbeiten von zu Hause könnte die Zukunft für Familien und Arbeitnehmer sein.

Die Vorteile für den Arbeitgeber liegen dabei (in meinem Fall) ganz klar auf der Hand:

  • Ausgleich der dezentralen Lage des Büros.
    Normalerweise habe ich einen Arbeitsweg von 45 bis 60 Minuten je Richtung.
  • Schaffung eines Familienfreundlichen Arbeitsklimas.
  • Langfristige Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen.
    Geht es dem Angestellten und der Familie gut gibt es keinen Grund das Unternehmen zu wechseln.
  • Steigerung der Zufriedenheit der Angestellten.
  • Schleichende Überstunden, wegen der Vermischung von Freizeit und Arbeitszeit.
    Denn wenn ich ehrlich bin lass ich beim Arbeiten von zu Hause selten pünktlich zum Feierabend den „Stift“ fallen und klappe den Rechner zu. Immerhin spare ich mir fast eine Stunde Heimweg, da kann ich auch mal länger machen ohne das es mich stört.
  • Weniger Krankmeldung.
    Ich kann es nicht beschwören, aber ich denke auch die Krankmeldungen gehen zurück. Denn man muss nicht für jedes Zipperlein zum Arzt sondern kann einfach mal zu Hause bleiben und sich dort erholen und dabei weiter arbeiten. Und natürlich stecke ich nicht noch andere an.

Der Arbeitnehmer im Home Office

Das ideale Home Office.

Das ideale Home Office.

Ich als Arbeitnehmer sehe natürlich auch extrem viele Vorteile darin ab und an von zu Hause arbeiten zu können. Einige davon habe ich bereits in den Vorteilen für die Arbeitgeber erwähnt.

  • Kürzere Arbeitswege, damit habe ich mehr Zeit für meine Familie und für mich.
  • Individuelle Arbeitsumgebung.
    Ich kann mich eigentlich nicht beklagen, aber ab und an will man doch mal an einem Problem in ruhe arbeiten, da kann man es nicht gebrauchen das um einen herum telefoniert oder geredet wird. Und nur weil das Home Office heißt, muss ich auch nicht zu Hause sitzen und arbeiten. Solange alle Rahmenbedingungen gegeben sind (besonders der Datenschutz) kann man auch mal im Freien oder in Cafés arbeiten.
  • Kostenersparnis besonders beim Mittagessen.
    Wir haben keine Mensa oder Kantine in unserer Firma. Darum muss ich immer etwas zu Essen mitnehmen oder teuer ins Restaurant gehen. Das geht auf Dauer sehr ins Geld. Aber auch für Leute die nicht mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren kann man mit Arbeiten von zu Hause Geld sparen.
  • Freiere Zeiteinteilung.
    In meinem vorhergehenden Job, in dem Home Office ganz und gar unbekannt war, musste ich immer einen (halben) Urlaubstag einreichen oder Überstunden machen, wenn ich mal einen Behördengang erledigen musste oder auch nur mal zum Arzt gehen musste. Jetzt lege ich das einfach an den Anfang oder ende meiner Arbeitszeit oder lege es gleich in meine Mittagspause. Auch die berühmten Handwerker die in der Zeit von 8 bis 16 Uhr kommen sind kein Problem mehr.
  • Ich habe mehr von meiner Familie.
    Ganz besonders jetzt in der Zeit in der mein Kleiner sich so viel entwickelt ist es schön zu Hause zu sein und das auch alle mitzubekommen. Und nicht nur morgens mal kurz ihn in den Arm zu nehmen und Abends wieder ins Bett bringen.

Arbeiten von zu Hause sollte auch als solches verstanden werden. Darum ist auch der richtige Arbeitsplatz entscheidend. Hier ein Video (in englisch) mit ein paar nützlichen Tipps zum  Arbeiten von zu Hause:

Die Nachteile beim Arbeiten von zu Hause dürfen aber bei all dem nicht vergessen werden

Die Nachteile die sowohl dem Arbeitgeber als auch dem Arbeitnehmer entstehen dürfen natürlich auch nicht verschwiegen werden. Nicht alle Arbeiten lassen sich von zu Hause aus erledigen. Auch nicht jeder Beruf ist geeignet, das ist ganz klar.

Für den Arbeitgeber entstehen natürlich erst einmal hohe Investitionen. Denn sowohl die Infrastruktur als auch die Firmenkultur muss umgestellt werden. Die Angestellten müssen der Sache natürlich auch so gegenüber eingestellt sein, dass Sie es nicht ausnutzen und Home Office als art Urlaub verstehen.

Auch ich als Arbeitnehmer sehe nicht nur Vorteile. Abgesehen von der ständigen Ablenkung von der ich in meinen eigenen vier Wenden umgeben bin muss ich mir auch bewust sein, dass sich Arbeiten von zu Hause auch auf mein Gemüt und meine Nebenkostenabrechnung auswirkt. Wenn ich Zu Hause Arbeite muss ich darauf achten noch vor die Tür zu kommen. Das bedarf schon viel Überzeugung, denn mein innerer Schweinehund ist groß. Auch Strom, Wasser und Heizung wird mehr verbraucht. Das darf nicht vergessen werden.

Aber ich glaube die Person die am meisten mit meinem Home Office Probleme hat ist mein DHL-Paketbote. Der jetzt ständig in die sechste Etage laufen müsste, wenn er das denn machen würde.

Mein Fazit

Ich sehe keinen triftigen Grund Arbeitnehmern eine dauerhafte Büropflicht aufzudrücken. Aber es verlangt auch etwas eigene Disziplin von jedem der es nutzen will. Und wenn man es richtig macht hat man sehr viel mehr Zeit für sich und die Familie.

Vielleicht werde ich in einem weiteren Artikel mal darauf eingehen, wie bei mir in der Firma das Arbeiten von zu Hause auch von er Infrastruktur her gehandhabt wird.

Update: Mittlerweile ist der Artikel über die Realisierung vom Arbeiten von zu Hause auf online. Technisch ist das alles kein Problem.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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