Mit Kind fliegen ist gar nicht so schlimm… mit der richtigen Fluggesellschaft – Der Hinflug

Germanwings - Fliegen mit Kind

In der Woche vor dem 3. Oktober hatte unsere Kita Schließzeit für interne Weiterbildungen. Darum haben wir unser Kind genommen und sind (fast) kurzentschlossen nach Barcelona, Spanien geflogen. Einen ausführlichen Reisebericht wird es auch noch geben, aber um die Reise an sich soll es hier erst einmal nicht gehen, viel mehr um die Erfahrungen beim Fliegen mit Kind und der schlechten Wahl der Fluggesellschaft (neudeutsch Airline).

Die Sache mit der Platzwahl.

Hier muss ich leider etwas ausholen, damit es klar wird, warum wir uns so aufgeregt haben.

Am 28. Juli buchten wir über die Webseite der Fluggesellschaft (Germanwings) unseren Flug Berlin (TXL) nach Barcelona (BCN). Dabei entschieden wir uns für den etwas teureren Tarif, um Sitzplätze reservieren zu können. Wir entschieden uns für die Sitzplätze 1B und 1C. Klar wegen der Beinfreiheit, damit Max auch mal aufstehen kann, wenn er will und wir nicht so gequetscht sitzen müssen.

Am 24. September konnten wir dann online einchecken. Berlin (TXL) bietet bei der Germanwings einen sogenannten Baggage-Drop-Off-Schalter an. Heißt, man checkt vorher online ein und gibt dann nur noch sein Gepäck (wie Kinderwagen) an einem speziellen Schalter ab. Geht in der Theorie um einiges schneller. Beim online Check-In bestätigten wir noch einmal unsere Platzwahl 1B und 1C. (Nur zwei Plätze, denn Kinder unter 2 sitzen bei einem Elternteil auf dem Schoß.)

Boardkarte Germanwings

Extra erste Reihe reserviert um mit Kind zu fliegen.

Beim Abschluss des Online-Check-Ins wurde ich noch einmal drauf hingewiesen, dass dies endgültig sei und keine Änderungen mehr möglich sind.

27. September mitten in der Nacht stand ich als am Baggage Drop-Off Schalter und gab unser Gepäck auf. Ganz lässig mit unseren digitalen Boardkarten, die ich voll hip im Passbook von iOS gespeichert hatte.
Nachdem das ganze Gepäck einen Aufkleber bekommen hatte und mir der Weg zum Sperrgepäck (wegen des Kinderwagens) erklärt wurde, meinte die Dame am Schalter freundlich, dass Sie mir noch einmal die Bordkarten ausdrucken würde, damit die Gepäck-Klebies nicht so in der Luft hängen würden. Da dachte ich noch, dass es ja ganz nett sei von ihr auch wenn das gegen den Sinn von digitalen Tickets geht. Aber Eltern neigen ja bekanntlich gerne mal zur Schussligkeit wenn es nicht direkt ums Kind geht.

Kurz vorm Boarding – das dank eines kleinen Defekts am Flugzeug eine Stunde später los ging – schaute ich noch einmal auf die analogen Bordkarten und da bemerkte ich, dass wir auf einmal auf den Plätzen 5A und 5B sitzen. Ich dachte, das sei nur ein Versehen und ignorierte es. Zeigte also beim Boarding direkt wieder voll hipstermäßig die Passbook Tickets vor und fühlte mich wie der King des 21. Jahrhunderts… so lange bis auf einmal alles rot aufleuchtete und ich direkt Angst hatte, von einer Horde FBI-Agents überrannt zu werden, und dass ich irgendwie auf die No-Fly Liste geraten bin, weil ich mich kurz vorher darüber aufgeregt habe, dass Wickeltische nur auf den Damentoiletten sind.

Aber mir fiel zum Glück ein, dass wir ja noch andere Karten haben, die wir zeigen können. Mit denen war dann auch alles grün – zum Glück. Jetzt wollte ich es dann aber doch wissen, welche Plätze wir haben. Ich wurde auf das Kabinenpersonal verwiesen.
Also fragte ich die nette Dame und den Herren, die uns an der Tür begrüßten, wo wir nun sitzen. 5A und 5B sollen die Plätze sein. Der Grund war dann auch schnell klar. In Reihe 1 saß bereits ein Baby und laut Sicherheitsbestimmungen darf immer nur ein Kind unter 2 Jahren in einer Reihe sitzen, da es sonst zu Problemen mit der Sauerstoffversorgung kommen kann, wenn die Masken runterfallen. Leuchtet ein, aber warum sitzen wir jetzt wo anders und warum lässt das Buchungssystem von Germanwings die doppelte Buchung mit Kind zu?

Natürlich konnte das das Kabinenpersonal nicht klären und bat uns, mit beiden Bordkarten nach der Rückkehr zum Serviceschalter zu gehen und die Sache dort zu klären.

Um der Geschichte vorzugreifen, das haben wir dann auch getan. Erst hieß es ich hätte am 27. September gegen 4 Uhr eine Umbuchung über das Internet gemacht. Dann stellte sich aber heraus, dass es doch schon am 26. September eine Umbuchung im System gab. Doch wer das gemacht hat, konnte uns dann doch keiner sagen. Die Dame am Lufthansaschalter, die auch Germanwings mit bedient, rief dann bei der Hotline an. Da bekam Sie die folgenden Aussagen:

  1. Reservierungen gibt es nur nach Verfügbarkeiten.
    (Wann wenn nicht bei der Buchung oder beim Check-In soll denn die Verfügbarkeit geprüft werden?)
  2. Die erste Reihe kann man eh nicht mit Kleinkind buchen, denn da sind die Notausgänge.
    (Dem war nicht so. Beim Airbus A220 sind die Ausgänge noch vor der Reihe 1 und sind baulich auch noch einmal abgetrennt. Des Weiteren gibt es in Reihe 1 extra Vorrichtungen um sogar ein Babybett anzuklemmen (für längere Flüge) UND es saß ja sogar ein Kleinkind in Reihe 1 warum wir dort nicht sitzen konnten.
  3. Wir hätten bei der Buchung den AGBs zugestimmt.
    (Ein Aussage, die man in einer Stresssituation unbedingt hören will, und die natürlich jedes Gemüt schlagartig beruhigt.)

Wir werden das (unter anderem) nun also mit dem Beschwerdemanagement der Germanwings klären müssen.

Der Hinflug – fast den ganzen Flug verschlafen.

Der Hinflug war ein Traum. Max schlief kurz vor dem Start ein, wachte zehn Minuten vor dem Sinkflug auf und schlief kurz vor der Landung wieder ein.
Da ging unser Plan also voll auf, einen frühen Flug zu nehmen, damit das Kind möglichst viel schläft.
Und zur Not hatten wir auch das übliche dabei, wenn man mit einem Kind fliegt. Nasentropfen, Nuckel, Trinken und was zum Futtern. Und überraschenderweise war es überhaupt kein Problem, mit einem Liter Wasser, Wassermelone und Weintrauben durch die Sicherheitskontrollen zu kommen. Das Sicherheitspersonal in Berlin war super lieb und machte mit Max Dummheiten, so dass die ganze Prozedur des Sicherheitschecks auch für uns Eltern um einiges entspannter war als gedacht.

Und weil es so schön mit der Airline war, gibt es auch noch einen Rückflug. Und da darf man auch noch einiges erwarten. Das dann demnächst.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöner Beitrag über eine leider nicht schöne SERVICE-Abwicklung.
    Wir hatte ein ähnliches Erlebnis auch schon mit Airberlin auf dem Rückweg von Mallorca. Zweite Reihe reserviert und schriftlich bestätigt bekommen und dann sollten wir in Reihe 23. Das Problem, wie du ja auch erlebt hast, vor Ort wird dann immer erstmal alles auf die anderen gewälzt. Echt zum ko****. Das einizige was etwas hilft, man weiß, dass man nicht alleine ist! Und man kann es leider auch nicht an einer Gesellschaft ausmachen. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr das Geld für die Reservierung zurückbekommt! Es ist halt nur nervig, da noch extra hinterher laufen zu müssen!

    • Ich denke ja das es einfach dumm gelaufen ist. Und das kann ja alles vorkommen. Richtig schlimm wird es eigentlich erst, wenn sich niemand verantwortlich fühlt oder man aus Mangel an Service alleine gelassen wird bzw. nicht versucht wird das Problem wieder gut zu machen.

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