Gastartikel: Fernsehkomsum unseres 5-Jährigen – wie viel darf es sein?

Sarah macht Urlaubsvertretung

Sebastian: Wie ich angekündigt habe bin ich gerade im Urlaub. Ich habe ein paar Blogger gefragt, ob Sie für mich „Urlaubsvertretung“ machen würden.
Den Anfang macht Sarah die sonst bei mamaskind.de über ihr Leben mit zwei Kindern und ihrem Job im Bereich SEO schreibt.
Vielen Dank Sarah für diesen Beitrag:

Ein ganz kritisches Thema, das oft zu wütenden Abgängen meines 5-Jährigen führte ist Fernsehen.
Den Sandmann darf er jeden Tag schauen, auch unter der Woche. Am Wochenende folgen oft noch zwei Folgen der nachfolgenden Sendung (z. B. Yakari). Anscheinend läuft gerade Mia and me nach dem Sandmann. Da muss ich selbst die Wochenend-Regelung nochmal überdenken. So ein Quatsch. Ich erschrecke mich übrigens jedes Mal, wenn ich nachts den Fernseher zum Serien schauen anmache und mich Bernd das Brot vollsülzt. Wer hat den auf Kika gelassen?

Kind Serien im Fernsehen

Man muss wissen was gut ist!

Die Sendungen wähle meist ich aus

Sehr gerne lasse ich ihn Sendungen schauen, bei denen er lernt, wie Dinge produziert werden. Dazu gehört natürlich Die Sendung mit der Maus, Löwenzähnchen, Wissen macht Ah!, Willi will’s wissen etc. Läuft mal nichts auf Kika, darf er sich eine DVD (z. B. The Croods, The Lego Movie) aussuchen oder eine Serie auf Amazon Prime Instant Video schauen. Er wählt oft Bibi Blockberg, Benjamin Blümchen, Es war einmal das Leben oder In einem Land vor unserer Zeit. Nervig finde ich seine Lieblingsserien Feuerwehrmann Sam, Thomas, die Lokomotive und Kleiner Roter Traktor. Typisch Junge, könnte man jetzt sagen. Die weiblichen Pendants wie Barbie sind meines Erachtens noch schlimmer. Also habe ich es doch gut getroffen und gucke den Männern zu, wie sie Brände löschen, betrachte die Züge, während sie im Kreis fahren und dabei komische Probleme lösen und staune über die Taten des Traktorfahrers. Denn ich bin immer im selben Raum und passe auf, dass er keinen Quatsch guckt.

Ich versuche, ihn von den schrecklichen Sendungen wie Spongebob & Co zu schützen. Nahezu alle „Kindersendungen“, die auf Super RTL laufen finde ich ungeeignet, auch, wenn sie noch so schön bunt sind. Meine Eltern sehen es gelassener, argumentieren mit dem üblichen: „Dir hat es auch nicht geschadet“ und lassen meinen 5-Jährigen frühs fernsehen, um noch ein bisschen dösen zu können. Einen turbolenten Jungen, der um halb 7 aufsteht, sind sie nicht mehr gewohnt. Das sehe ich mittlerweile entspannter, obwohl ich anfänglich hysterische Schreikämpfe ob der zufälligen Serienwahl (= Fernseher anschalten) bekam. Nun genieße ich lieber das freie Wochenende und lasse den Sohn seinen Spaß bei Oma und Opa. Mir hat’s doch auch nicht geschadet…

Fernseh- und iPad-Zeit

Unter der Woche erlauben wir eine Folge vom Sandmann. Essen wir abends zu spät, darf er diesen gerne auf dem iPad sehen, das Passwort kennt er inzwischen (reine Faulheit meinerseits). Dort bekam er einen Family-Kinder-Account von Apple, sodass er nichts herunterladen kann, ohne uns virtuell zu fragen. Glücklicherweise ist das ziemlich aufwendig. Als ich ihm 10 Spiele auf das iPad spielen wollte, bekam mein Apple-Account jedesmal eine Anfrage, die ich per Button bestätigen musste. Gut gelöst, finde ich. Ein Masterpasswort für den Admin wäre hingegen noch besser.

Ist der Sandmann vorbei, wird das iPad weggelegt, was erstaunlich gut klappt. Er weiß, dass er am Wochenende spielen darf.

Oft vergisst er, danach zu fragen, weil er viele tollere Sachen macht. Vor einigen Wochen fragte er jedes Wochenende um 6 Uhr flüsternd: „Darf ich fernsehen?“, was wir um diese Uhrzeit ablehnten. Ich brachte ihm bei, dass er ab halb 8 gerne den Fernseher anmachen darf. Es funktioniert, er nutzt dies auch nicht jedes Wochenende aus, sondern hört oft ein Hörspiel in seinem Zimmer. Am Wochenende hat der Fernseher für uns frühs ein wenig Babysitter-Niveau, wenn auch begrenzt. Er darf an diesen Tagen ca. 1 h fernsehen, oder auch mal 1,5 h, wenn wir zusammen einen Film schauen. Ich lege diese Zeit bewusst zwischen zwei Aktivitäten. Z. B. erst gehen wir eine Runde auf den Spielplatz oder malen etwas, dann folgt erst die Glotze und danach spielen wir. So ist das für ihn klar abgegrenzt und er hat noch Zeit, Dinge zu basteln oder zu spielen, bevor wir wieder die nächste Mahlzeit zu uns nehmen. Für uns heißt das in den meisten Fällen: ein harmonisches Beisammensein ohne Tränen, weil er plötzlich den Fernseher ausmachen muss und es danach nicht mehr schafft, sein Lego-Raumschiff zu Ende zu bauen.

Beim zweiten Kind sind wir übrigens jetzt schon viel gelassener. In der ersten Elternzeit hatten wir keinen Fernseher. Als der dann ins Wohnzimmer kam, achteten wir pingelig darauf, ihn erst anzuschalten, wenn der Junge schläft. Pustekuchen beim zweiten Kind, der fröhlich dem Sandmann entgegen blickt und um jeden Preis auf das bunte Treiben schaut. Das wird sicherlich nicht die einzige Sache bleiben, bei der wir entspannter geworden sind.

 

Foto: © sigrid rossmann / pixelio.de

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