Es waren einmal drei Väter in Elternzeit, die in den Tierpark gingen…

In einer Zeit des Aufbruchs, einer Zeit der Veränderung, einer Zeit der Revolution gegen das Bestehende, da machten sich einige wackere Männer auf, um die „Norm“ zu brechen…

Ganz offensichtlich wird dieser Beitrag für einige wie ein Märchen erscheinen. Doch ich versichere: es ist keins. Und ob ich die Namen der Beteiligten ändere oder nicht (wenn ich sie erwähne) werde ich mir noch überlegen.
Aber zurück zur Geschichte.

Das Märchen von den drei Vätern in Elternzeit.

Das Märchen von den drei Vätern in Elternzeit.

Es begab sich also zu der Zeit unter der Führung einer „familienfreundlichen“ Politik, in der es auch den Männern erlaubt war, sich um ihren frischen Nachwuchs zu kümmern und ein Angebot anzunehmen, das man Elternzeit nannte. Ganz offensichtlich verbreitete sich diese frohe Kunde noch nicht im ganzen Königreich. Denn nur wenige der edlen Ritter nahmen dieses Angebot an. Aber das soll nicht Bestandteil dieser Erzählung sein, denn es sei jedem selbst überlassen.

Vielmehr geht es um die Reaktion der Bewohner dieses Königsreichs auf drei wackere, edle Ritter, die das Angebot annahmen und das Drachenbekämpfen für mehrere Monate aufgaben, um sich um ihre Kinder zu kümmern, die sie alle mit den schönsten Prinzessinen gezeugt hatten. (Nur falls auch eine der Mamas mitliest – und sorry für die Stereotypen.)

Diese drei Ritter trafen sich ohne Rüstung und Schwert, dafür aber mit Kinderwagen und Kleinkindern in der Einrichtung namens Tierpark, um ihrem Nachwuchs all die Bestien zu zeigen, die sie und ihre Gefährten in all den Jahren erobert hatten. Oder um ehrlich zu sein: damit die Kleinen frische Luft bekommen und die Papas ein wenig zum Schauen haben wenn die Kleinen wieder mal alles verschlafen.

Nun, nach einem stolzen Mahl in der Taverne mussten die Kleinen rasten und schliefen den Schlaf der Gerechten in ihren Kinderwagen und wurden von den drei Vätern durch die Gegend geschoben.

Dieser Anblick – eine kleine bis mittlere Gruppe von Kinderwagen schiebenden Personen – war man in der Zeit wohl nur von edlen Damen gewohnt und das merkten die drei Ritter auch recht schnell.
Auf einmal richteten sich alle Augen auf die drei Kinderwagen-vor-sich-her-schiebenden Männer wie auf die Tiere in den Käfigen.

Eine ältere Dame trieb es auf die Spitze. Sie lief an den drei Rittern vorbei und applaudierte den dreien ohne sichtbaren Anlasse. (Ohne Scheiß, die Frau hat uns applaudiert, weil wir etwas mit unseren Kindern unternommen haben.)
Eine konkurierende Gruppe von Damen, ebenfalls mit Kinderwagen bestückt, lief an den Rittern in Freizeit vorbei und aus der Menge hörte man eine Edeldame sagen „Schau mal Lady Ingeborg*, kannst du deinem Gatten gleich sagen, ist scheinbar gar nicht so schlimm als Mann Elternzeit zu nehmen.“ und grinste dabei.

* Okay den Namen habe ich doch geändert, weil ich mich nicht mehr an den richtigen erinnere.

Und wenn sie nicht gestorben sind….

 

Wie auch immer… und jetzt mal im Ernst.
Ja, wir Männer, die Elternzeit nehmen, merken recht schnell das wir damit noch immer etwas „besonderes“ sind. Und vielleicht auch eine gewisse Vorreiterrolle einnehmen. Aber es ist nun wirklich nicht so schlimm, dass man uns wie Tiere im Tierpark anstarren muss oder uns gar applaudieren muss.

Ich für meinen Teil kann es nur jedem empfehlen die Erfahrung selbst zu machen für ein oder zwei (oder gerne auch mehr) Monate alleine mit dem Kind zu verbringen. Man lernt das Kind ganz anders kennen und baut eine sehr sehr intensive Verbindung auf die man sonst so nicht hinbekommt.

Ich will aber auch nicht verheimlichen das es ab und an auch mal Zeiten gibt an denen man das Kind gerne mal abgeben möchte oder einfach mal wieder für sich sein will. Aber Jungs, das ist kein reines Männer ding, oder glaubt ihr euren Prinzessinnen geht das nicht so? Da ist ein wenig Management-Geschick gefragt. Und Hey… wer wenn nicht wir 😉

Und liebe Arbeitgeber… keiner will solche Sprüche hören wie „Na dann hat es sich ja gar nicht gelohnt einen Mann auf die Position zu setzen.“ (Den Spruch durfte sich jemand anhören mit dem ich gesprochen habe.)
Denkt doch mal lieber darüber nach: Arbeitnehmer die in ihrer Familären Planung vom Arbeitgeber unterstützt werden sind zufriedene Arbeitnehmer und werden es sich drei mal überlegen einen anderen Job anzunehmen. Es könnte da ja anders sein. Damit kann man einige negative Aspekte einer Arbeit, wie den Anfahrtsweg und ähnliches, wieder ausgleichen.

Und nun noch eine Entschuldigung an all die, die in diesem Beitrag politische Unkorrektheiten gefunden haben und daran einen Anstoß genommen haben. Das ist nun mal so und dient einzig zur Verdeutlichung und Unterhaltung.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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