Eltern haften für ihre Kinder im Internet – oder so

Unser allseits geschätzter Bundesgerichtshof (BGH) hat mal wieder Recht gesprochen, das uns Eltern betrifft.
Es ging darum, ob Eltern für die Aktivitäten ihrer minderjährigen Kindern im Internet haftbar sind. Genauer gesagt ob Eltern die Kosten für Abmahnungen zahlen müssen, wenn ihre Kinder illegal Musik zum download bereit gestellt haben.

Eltern haften nicht für ihre Kinder im Netz oder doch?

Eltern haften nicht für ihre Kinder im Netz oder doch?

Der Hintergrund sind drei Familien die von Rechteinhabern Abgemahnt wurden weil ihre Kinder Musik über eine Tauschbörse heruntergeladen haben und diese Stücke danach (wohl automatisch) wieder zum download angeboten haben.

Und haften sie nun oder nicht?
Die kurze Zusammenfassung des Urteils ist: Nein. Und jetzt kommt das Lieblingswort von Juristen, ABER… und damit kommt die Langfassung.

Anscheinend haften Eltern nur dann nicht für ihre minderjährigen Kinder im Internet, wenn die Eltern die Kinder vorher darüber unterrichtet haben, dass dies verboten sei. Und ihnen dies ausdrücklich verbieten. Und (jetzt kommt das beste) das muss Nachweisbar sein. (Nachweisbar?)

Ja, eine der Beklagten, konnte nicht ausreichend nachweisen, dass sie ihre Tochter in der Hinsicht belehrt hat.

Das kostete sie jetzt 200 Euro pro Musikdatei.

Wie belehrt man ein Kind rechtssicher?

Ich stelle mir da die Frage, wie man ein Kind rechtssicher Erzieht. Muss ich jetzt mein Kind unterschreiben lassen, dass ich es darüber belehrt habe, dass Filesharing illegal ist? Oder muss ich die Unterhaltung auf Video aufzeichnen und von einem Notar beglaubigen lassen? Das kann es doch so nicht funktionieren, oder?

Ok, meiner Meinung nach ist der einzige, richtige Weg um sich vor so etwas zu schützen, den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang im und mit dem Internet beizubringen. Ihnen die Hintergründe zu erklären – das der illegale Download jemanden schadet und es eine Art Diebstahl ist. Ich bin mir sicher, dass Kinder, denen man es ordentlich erklärt, gar nicht erst auf die Idee kommen so etwas zu versuchen. Und sind wir mal ehrlich, heutzutage gibt es für 9,99 Euro diverse Musik Flatrates. Das kommt sicher unterm Schnitt günstiger.

Aktenzeichen: Bundesgerichtshof I ZR 7/14, I ZR 19/14 und I ZR 75/14
Quelle: tagesspiegel.de

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

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