Dienstreise… Papa versteckt sich nicht hinter dem Tablet

Dienstreise

Diese Woche hatte ich meine erste mehrtägige Dienstreise seit dem Max auf der Welt ist zu absolvieren. Normalerweise ist das ja nichts weltbewegendes… Mal ein oder zwei Tage raus aus dem gewohnten Arbeitsumfeld und bei Kunden was schaffen. Wohnen im Hotel, Abends essen gehen und (dicke) Mietwagen alles Dinge die einen dafür entschädigen mal nicht zu Hause zu sein. So war das zumindest bis jetzt, aber diese Dienstreise war irgendwie anders.

Von Montag Nachmittag bis Mittwoch Abend war ich dienstlich in Nürnberg unterwegs. Und eigentlich war es wie immer. Das Hotel war gut, das Zimmer gemütlich, der Mietwagen begeisterte mich (als jemand dessen letztes Auto schon ewig alt war und jetzt gar kein Auto mehr hat) und die Arbeit beim Kunden ging auch recht leicht von der Hand. Nur dann kam der Feierabend und der war auf ein mal erstaunlich lang. Ich saß dann in meinem Hotelzimmer und schaute TV. Das was ich früher sehr gerne gemacht habe langweilte mich auf ein mal tierisch.

Es fehlte das ganze gewusel um mich herum. Keiner der lachend angerannt kam oder auch mal weinte. Ich fühlte mich direkt wieder wie damals nach dem ende meiner Elternzeit. Das war etwas ganz ungewohntes.

Eigentlich hatte ich mir das alles so schön ausgemalt. Feierabend, in Hotel fahren, ungestört TV/Filme schauen bis ich vor Hunger hinausgetrieben werde und dann weiter schauen bis ich einschlafe und… durchschlafen. Da meine Kundentermine erst um 9 freute ich mich riesig auf der Dienstreise mal bis etwa 8 Uhr „ausschlafen“ zu können. Aber in Wirklichkeit sah das dann so aus:

Ins Hotel kommen, was zum essen holen mit der Familie zu hause Video-Konferieren (das muss man so nennen wenn man auf Dienstreise ist) und dann beim Film schauen um 21/22 Uhr einschlafen. Dann aber dank gelernten Verhalten super früh (an beiden Tagen gegen 5 Uhr) wach werden und dank der Turmur neben dem Hotel nicht mehr einschlafen können.

Ich dachte ja auch das ein Video-Anruf zu Hause das ganze besser macht… Kurzfristig war das auch so. Es hat riesig spaß gemacht den Kleinen auf dem Tablet spielen und plappern zu sehen. Ich (das Tablet bei ihm) hat sogar Küsschen und Knuffe bekommen. Und irgend wann schaute er immer hinter das Tablet warum sich Papa denn hinter diesem Ding versteckt. Aber da war er nicht, ich war etwa 300km entfernt.

Problem an solch einem Videoanruf ist, dass er auch irgend wann vorbei ist und dann ist man doch wieder alleine im Hotelzimmer und vermisst alles was man sonst gerne auch mal kurz pausieren würde noch mehr.
Ich hatte mich noch nie so sehr wie nach dieser Dienstreise gefreut wieder nach Hause zu kommen. Auch wenn ich noch eine ganze Nacht warten musste, bis ich meinen Kleinen wieder in den Arm schließen durfte.

Sebastian kommt aus Berlin, arbeitet am Kunden bei einem Enterprise Webhoster, ist verheiratet und seit 2013 Vater eines Sohnes. Auch wenn er noch ganz knapp aus der Generation ohne Internet stammt, spielt sich sein Leben fast komplett digital ab. Seine große Begeisterung ist das Reisen, am besten in große Städte in denen viel los ist.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe auch schon Angst vor der ersten Dienstreise mit Baby. Bislang konnte ich mich noch irgendwie drücken, aber nächstes Jahr werde ich wohl auch mal reisen müssen. Wahrscheinlich wird es mir dann auch so wie Dir ergehen.
    Ich hoffe, Du musst nicht zu oft auf Dienstreise.

    • Ich werde mal sehen wie es im nächsten Jahr wird. Aber all zu viele sind es bis jetzt nicht.

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